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Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“

Wie man Demokratie stärkt und Potenziale des Jugend- und Schüleraustausches nutzt

In Deutschland und in vielen anderen Ländern werden nationalistische und autoritäre Kräfte stärker. Die Zivilgesellschaft ist gefordert, die Demokratie zu verteidigen, zu stärken und zu entwickeln. Dabei müssen die Potenziale ausgeschöpft werden, die der Internationale Jugendaustausch bietet. Derzeit geschieht das nicht. Mit der Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“ (www. austausch-braucht-gastfamilien.de) würdigen Politiker*innen aus Bund, Ländern und Kommunen das Engagement ehrenamtlicher Gastfamilien. Die acht gemeinnützigen Mitglieder des Dachverbands AJA – Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch stellen fest, dass immer weniger Familien bereit sind, Gastschüler*innen aus dem Ausland aufzunehmen und bitten um Unterstützung.


Die Aufnahme von Gastkindern aus aller Welt wirkt!

Der langfristige individuelle Schüleraustausch ist das bekannteste Format des internationalen Jugendaustausches. Die Wirkung, die diese Programme auf individueller, sozialer und gesellschaftlicher Ebene haben, ist bekannt: Sie tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen, interkulturelles Lernen zu fördern und Demokratiekompetenzen zu stärken. In der öffentlichen Wahrnehmung, in den relevanten Fachdiskursen und auch im politischen Raum gibt es aber eine Schieflage. Im Fokus steht hier fast immer die Entsendung junger Menschen, die für ein Jahr eine Schule im (meistens englischsprachigen) Ausland besuchen und dort von einer Gastfamilie willkommen geheißen werden.

Die Aufnahmeprogramme, im Rahmen derer derzeit jährlich etwa 2.000 Jugendliche aus aller Welt nach Deutschland kommen, werden allzu oft übersehen. In vielerlei Hinsicht entfalten sie aber sogar eine größere Wirkung. Ein junger Mensch, der ein Schuljahr in Deutschland verbringt, hinterlässt einen großen „Fußabdruck“: Zusammen mit seiner Gastfamilie leistet er einen Beitrag dazu, dass Deutschland im In- wie Ausland als modern und weltoffen wahrgenommen wird. Perspektivwechsel und kulturelle Vielfalt werden im Alltag gelebt, lebenslange Freundschaften und Familienzugehörigkeiten entstehen. Außerdem werden die Austauschschüler*innen lebenslang zu Freund*innen des Landes und nach der Rückkehr in ihre Heimatländer tragen sie zur Verbreitung eines positiven Deutschlandbildes bei.

Möglich werden diese Programme nur durch das ehrenamtliche Engagement der Gastfamilien. Innerhalb der zurückliegenden 70 Jahre haben mehr als 85.000 Familien im Rahmen der Programme der acht Mitglieder des AJA (Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch) an einem Aufnahmeprogramm teilgenommen und ein Gastkind bei sich aufgenommen. Die meisten dieser Familien leben in kleineren Städten und Gemeinden und nicht in den urbanen Zentren unseres Landes.


Rückzug ins Private – es mangelt an Gastfamilien…

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Die Autorin

Jantje Theege ist stellvertretende Geschäftsführerin beim Deutsches Youth For Understanding Komitee e. V.

Der Autor

Knut Möller ist Referent für politische Verbindungsarbeit beim AJA – Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch.